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Autor: Julian M.

Filmkritik: Stalker (Andrei Tarkovsky, 1979)

Filmkritik: Stalker (Andrei Tarkovsky, 1979)

Copyright: Icestorm Entertainment
Copyright: Icestorm Entertainment

In meinen bisher realisierten Filmen wollte ich stets von Menschen erzählen, die sich trotz der Tatsache, daß sie von ihren Mitmenschen abhängig, also unfrei waren, ihre innere Freiheit zu bewahren wußten. Ich zeigte scheinbar schwache Menschen. Doch ich sprach auch von der Kraft dieser Schwachheit, die aus deren moralischer Überzeugung und Position erwächst.“ (TARKOWSKIJ 1984)

Neben Sergei M. Eisenstein (Panzerkreuzer Potemkin, 1925) zählt der 1932 geborene Drehbuchautor und Regisseur Andrei Tarkovsky (Solaris, 1972) zu den international bekanntesten Vertretern der sowjetischen Filmindustrie. Sein Wirken ist in entscheidendem Maße durch die politischen Umstände zu Beginn seiner Karriere geprägt. Unmittelbar nach Stalins Tod („Tauwetter-Periode“) keimte in der Sowjetunion die Hoffnung einer stückweiten Liberalisierung – auch im kulturellen Sektor – auf. Im Zuge schnell einsetzender Ernüchterung wandten sich viele Künstler „tabuisiertem und konträrem Gelände“ (SCHLEGEL 1987) zu. In Tarkovskys thematischen Fokus rückten Aspekte „der Spiritualität und mystischen Geistigkeit“ (ebd.). Trotz teilweise starkem Widerstand seitens der Regierung – wobei insbesondere der autobiographisch geprägte Der Spiegel (1975) in der Kritik stand (TARKOWSKIJ 1984) – gelang es ihm, zu einem der bedeutendsten und unkonventionellsten Künstler des Landes zu avancieren. Mit einer innovativen Filmsprache und dramaturgisch schwer klassifizierbaren Konzepten stößt er sowohl die Anhänger des klassischen, narrativen Kinos à la Hollywood als auch die Verfechter der filmkünstlerischen Avantgarde gleichermaßen vor den Kopf (ebd., SCHLEGEL 1987).

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Filmkritik: Im Geheimdienst (Fritz Lang, 1946)

Filmkritik: Im Geheimdienst (Fritz Lang, 1946)

Copyright: Studiocanal
Copyright: Studiocanal

Nach seiner Emigration in die Vereinigten Staaten gelang es dem Regisseur Fritz Lang, noch zahlreiche Perlen zur eigenen Filmographie hinzuzufügen. Nicht selten handelte es sich dabei um Werke, die inhaltlich und stilistisch der Schwarzen Serie, d.h. dem amerikanischen Film Noir, zuzuordnen waren. Auch Im Geheimdienst (OT: Cloak and Dagger, 1946) lässt sich im weitesten Sinne unter diesem Oberbegriff subsumieren. Aber noch weitaus signifikanter als jene Form der Kategorisierung ist seine Zugehörigkeit zum Lang’schen Anti-Nazi-Filmkanon. Mit Werken wie Menschenjagd (1941), Auch Henker sterben (1943) und Ministerium der Angst (1944) griff der Regisseur die akute Bedrohung durch das faschistische Regime seiner Heimat im Spielfilm-Format auf und bezog auf politischer Ebene Stellung. Im Geheimdienst ist sowohl innerhalb dieses Kanons als auch im Kontext der gesamten Filmographie nur im qualitativen Mittelfeld anzusiedeln. Warum der Spionage-Thriller schlussendlich nicht besser abschneiden konnte, soll im Folgenden diskutiert werden.

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Filmkritik: Re-Animator (Stuart Gordon, 1985)

Filmkritik: Re-Animator (Stuart Gordon, 1985)

Copyright: Capelight
Copyright: Capelight

Nur ein flüchtiger Blick in Stuart Gordons Filmographie genügt, um seiner ausgeprägten Vorliebe für das düstere Schaffen des Schriftstellers H.P. Lovecraft gewahr zu werden. Denn gleich mehrfach im Verlauf seiner Karriere griff der Regisseur und Drehbuchautor auf das umfangreiche Werk des literarischen Horrorpapstes zurück und schuf auf jener Basis Spielfilme wie From Beyond – Aliens des Grauens (1986), Castle Freak (1995), Dagon (2001) und die Masters of Horror-Episode Dreams in the Witch House (2005). Seine bekannteste wie gleichermaßen beliebteste H.P. Lovecraft-Adaption dürfte – trotz aller Konkurrenz im eigenen Œuvre – jedoch zweifelsohne Re-Animator (1985) sein, welcher von Anhängern des Splattergenres beinahe kultisch verehrt wird. Auf welchem Fundament ein derart positiver Grundtenor fußt, soll u.a. im Folgenden beleuchtet werden.

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Filmkritik: White Zombie (Victor Halperin, 1932)

Filmkritik: White Zombie (Victor Halperin, 1932)

Copyright: Kino Lorber
Copyright: Kino Lorber

Bela Lugosis stechender Blick in Dracula (1931) schrieb Filmgeschichte und zählt auch heute noch zu den vielzitierten Qualitäten des Werks. Deswegen verwundert es auch kaum, dass der Schauspieler sein berühmtes Augenpaar bereits kurze Zeit später in White Zombie (1932) abermals prominent zur Schau stellen durfte. Unter der Regie von Victor Halperin entstand dabei eine Independent-Produktion, die es mit dem großen Bruder Universal – in den 1920er und 1930er Jahren prägte das Hollywood-Studio die Erscheinungsform des Gruselgenres durch Veröffentlichungen wie Das Phantom der Oper (1925), Spuk im Schloß (1927), Frankenstein (1931) und Die Mumie (1932) aufs Nachhaltigste – aufzunehmen versucht. Dies gelingt White Zombie sicherlich auch in vielerlei Hinsicht, nichtsdestotrotz gibt es einige Aspekte, die sich Kritik gefallen lassen müssen.

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Filmkritik: Your Vice Is a Locked Room and Only I Have the Key (Sergio Martino, 1972)

Filmkritik: Your Vice Is a Locked Room and Only I Have the Key (Sergio Martino, 1972)

Copyright: NoShame Films
Copyright: NoShame Films

Die Welt des Giallos ist vielseitig und bietet dem geneigten Zuschauer reichlich zu entdecken. Das beweist neben Dario Argento, welcher mit seinen Beiträgen die italienische Filmlandschaft unwiderruflich mitentwickelt und nachhaltig geprägt hat, u.a. auch der nur zwei Jahre ältere und ebenfalls in Rom geborene Sergio Martino. Zu seinen bekanntesten Werken zählen Die Weiße Göttin der Kannibalen (1977) – ein Abenteuer-Ausflug in die Welt der Menschenfresser – und Der Killer von Wien (1970). Zwei Jahre nach Letztgenanntem entstand mit Your Vice Is a Locked Room and Only I Have the Key (OT: Il Tuo vizio è una stanza chiusa e solo io ne ho la chiave, 1972) ein nicht minder interessanter Spielfilm.

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Filmkritik: Der Tiger (Bretaigne Windust & Raoul Walsh, 1951)

Filmkritik: Der Tiger (Bretaigne Windust & Raoul Walsh, 1951)

Copyright: Arthaus/Studio Canal
Copyright: Arthaus/Studio Canal

Humphrey Bogart ist das Aushängeschild des US-amerikanischen Film Noir. Wie kein zweiter Schauspieler verkörperte der gebürtige New Yorker die Quintessenz der Schwarzen Serie und prägte das Genre durch seine emblematischen Inkarnationen der abgebrühten wie gleichsam raffinierten Detektivfiguren Samuel Spade (Die Spur des Falken, 1941) und Philip Marlowe (Tote schlafen fest, 1946) maßgeblich mit. Abseits derartiger Genreklassiker, die ihren festen Platz im Kanon der Filmgeschichte besitzen, finden sich jedoch noch weitere – oftmals deutlich kleinere – Film Noir-Produktionen, denen Bogie seinen markanten Stempel aufzudrücken vermochte. So tritt er beispielsweise in Der Tiger (OT: The Enforcer, 1951) als durchsetzungsfähiger Staatsanwalt in Erscheinung, der sich auf einen scheinbar aussichtslosen Kampf gegen die Zeit einlässt.

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Filmkritik: Sie küssten und sie schlugen ihn (François Truffaut, 1959)

Filmkritik: Sie küssten und sie schlugen ihn (François Truffaut, 1959)

Copyright: Arthaus
Copyright: Arthaus

François Truffauts Spielfilmdebüt lässt sich am treffendsten mit dem Phänomen des Schmetterlingseffekts vergleichen, nach welchem einer kleinen Anomalie die Fähigkeit zugeschrieben wird, unabsehbare Veränderungen nach sich zu ziehen. Diese kleine Anomalie im französischen Kino Ende der 50er Jahre heißt Sie küssten und sie schlugen ihn (OT: Les Quatre Cents Coups, 1959). Ein sehr privates Spielfilmdebüt und zugleich eine Auflehnung gegen den konventionellen französischen Film (cinéma de papa), mit welchem der damals 27-Jährige bereits in seiner Tätigkeit als Filmkritiker scharf ins Gericht zu gehen pflegte. Der Gestus des Aufbegehrens bleibt jedoch nicht allein prägend für dieses Erstlingswerk. Sie küssten und sie schlugen ihn liest sich ebenso als Dokument der Liebe – Truffauts Liebe zum Kino, so wie er es sich erträumt und für die Zukunft wünscht.

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Filmkritik: Die Teuflischen (Henri-Georges Clouzot, 1955)

Filmkritik: Die Teuflischen (Henri-Georges Clouzot, 1955)

Copyright: Arrow Films
Copyright: Arrow Films

Wäre Henri-Georges Clouzot nicht dem Master of Suspense bei der Rechteakquise zuvorgekommen, hätte sich der Psychothriller Die Teuflischen (OT: Les diaboliques, 1955) zur Mitte der 1950er Jahre höchstwahrscheinlich ins Hitchcock’sche Œuvre eingereiht – so zumindest kolportiert es die Filmgeschichtsschreibung. Die Frage nach der konkreten Ausgestaltung eines solchen Films liefert sicherlich genügend Ansatzpunkte für spannende Gedankenexperimente und Spekulationen. Nichtsdestotrotz soll sie an dieser Stelle in den Hintergrund rücken, denn bekanntermaßen konnte sich nun einmal der französische Regisseur die entsprechende Romanvorlage (Celle qui n’était plus von Pierre Boileau und Thomas Narcejac) sichern und schuf mit Die Teuflischen ein fesselndes Schwarz-Weiß-Kunstwerk, welches unterschiedliche Genre-Elemente zu einer anregenden Melange verschmilzt.

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Filmkritik: Der New York Ripper (Lucio Fulci, 1982)

Filmkritik: Der New York Ripper (Lucio Fulci, 1982)

Copyright: Blue Underground
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You never get a second chance to make a first impression. Was im Rahmen des sozialen Miteinanders gilt, lässt sich ebenso auf die erste – filmische – Begegnung mit einem Regisseur übertragen. Markiert beispielsweise ein dilettantisches und inkohärentes Machwerk wie Nightmare Concert (1990) den Einstieg in eine Filmographie, kann sich der Regisseur – stellvertretend für das gesamte weitere Filmschaffen – im Prinzip die Karten legen. Dass dieses Verhalten durchaus menschlich, jedoch selten fair ist und im schlimmsten Fall zu einigen verpassten Filmperlen führen kann, lässt sich hervorragend an genanntem Exempel nachvollziehen. Zwar stellen fatale Rohrkrepierer wie Nightmare Concert in Lucio Fulcis Vita keine Seltenheit dar, dennoch schlummern im Œuvre des kruden Italo-Regisseurs einige wenige Rohdiamanten wie Nackt über Leichen (1969) und Don’t Torture a Duckling (1972). Im Folgenden soll diskutiert werden, ob Der New York Ripper (OT: Lo Squartatore di New York, 1982) zu letztgenannten Perlen gezählt werden darf oder ob es sich hier doch eher um filmischen Sondermüll handelt.

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Filmkritik: Zeuge gesucht (Robert Siodmak, 1944)

Filmkritik: Zeuge gesucht (Robert Siodmak, 1944)

Copyright: Koch Media
Copyright: Koch Media

Im ersten Moment mutet die Cornell Woolrich-Adaption Zeuge gesucht (OT: Phantom Lady, 1944) wie ein Werk an, das auch der filmischen Vita des Masters of Suspense entstammen könnte. Denn Robert Siodmaks erster Gehversuch im Film Noir frönt voller Entschlossenheit einem klassischen Hitchcock-Motiv: dem unschuldig Verdächtigen. Während jedoch solche Brückenschläge zwischen Künstlern oftmals spekulativer Natur sind, erweist sich die Verbindung in diesem Fall als deutlich profunder. Verantwortlich hierfür zeichnet Joan Harrison, die Anfang der 1930er Jahre von Hitchcock unter die Fittiche genommen wurde und Jahre später für Zeuge gesucht als Produzentin fungieren sollte.

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